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Prinz Max von Baden auf die Gründung Salems durch Kurt Hahn:
" Hier ist alles gestohlen, und das ist gut so, von Hermann Lietz, der wie kein anderer wagte,
Jungen zu Mitträgern der Verantwortung zu machen, von Goethe, von den englischen Public Schools,
von den Boy Scouts, von der deutschen Jugendbewegung nach den Freiheitskriegen, von Plato.
Sie werden nichts finden, wovon wir sagen können, das haben wir entdeckt."
In einer Erziehung sollte nicht mehr die bloße Wissensvermittlung im Vordergrund stehen,
sondern die Gesamtpersönlichkeit des Schülers, wobei die Betonung auf der Selbstentwicklung
der schöpferischen Kräfte des Kindes lag.
Die Charakterförderung des Menschen und die Erziehung des Menschen
"zum verantwortungsvollen Denken und Handeln in einer auf
freiheitlich - demokratischer Grundlage aufbauenden Gemeinschaft" durch eine
Auseinandersetzung mit sich selbst und der Umwelt.
In seinen Schulen führte er vier Aktivitäten ein:
- den Dienst am Nächsten
- das körperliche Training
- das Projekt
- Organisation von Expeditionen.
Erlebnispädagogische Maßnahmen sind dadurch gekennzeichnet, dass der Einzelne in der Gruppe intensive
Erlebnisse erfährt, die den Kern seiner Persönlichkeit treffen und mit denen er sich handelnd auseinandersetzt.
Dieser Ansatz hat in der heutigen Zeit wieder an Aktualität gewonnen.
Als Beispiele sind hier zu nennen:
- Der immer noch zunehmenden Verfall gewachsener Systeme, wie lebenslange Nachbarschaften.
- Das zunehmende Bedürfnis nach Individualität, Selbstsein, Verwirklichung der eigenen Lebensziele schwächt die Fähigkeit zu Bindung und Solidarität im selben Maße ab.
- Unstrukturierte Wohnviertel (nur Pensionäre oder nur junge Familien)
- Entfernung der Wohnungen zum Arbeitsplatz der Eltern (Anfahrtszeit + Arbeitszeit)
Wie können die Teilnehmer die Erfahrungen u. a. aus Extremsituationen in ihr "normales" Leben übertragen?
Die Reflexion nach einer Unternehmung spielt hierbei die größte Rolle.
Bei jeder Reflexion sollte der Satz von J. W. v. Goethe: "Der Weg ist das Ziel" besondere
Berücksichtigung finden. Diskussionspunkt der Nachbesprechung sind daher hauptsächlich die
Erfahrungen, die auf dem Weg zum Ziel gemacht wurden, und nicht das Ziel an sich.
Es geht um die Bewältigungsstrategien, die benutzt werden, um die Herausforderungen zu meistern.
Die Möglichkeiten eines gelungenen Transfers erhöht sich:
- wenn die Erfahrung im Gruppenverband der Erfahrung der Risikosituation zumindest gleichgestellt ist,
- wenn sich die Gruppe auch nach der Aktivität trifft und sich über die in ihrem Alltag gemachten Erfahrungen austauschen kann,
- wenn eine reflexive Vertiefung der Erfahrungen stattfindet.
Der Erlebnispädagoge ist in erster Linie der Architekt von Lernsituationen, die den Teilnehmern die Möglichkeit
bieten, sich selbst und sich selbst als Gruppenmitglied zu erfahren, um bisherige Verhaltensweisen und Einstellungen
überprüfen und gegebenenfalls verändern zu können.
Zweitens als Person, die diese Erfahrungen mit den Teilnehmern aufarbeitet und reflektiert, um eine Übertragung in den Alltag zu erreichen.
Und drittens als den Verantwortlichen, der die Sicherheit der Teilnehmer gewährleistet.
Der Betreuer muss dabei viele verschiedene Rollen übernehmen, wie zum Beispiel die des Trainers, des guten Beispiels, der Autoritätsfigur, des Initiators,
des Kumpels, des Beschützers usw.
Bei der Qualifikation des Erlebnispädagogen kann man drei Grundkategorien unterscheiden:
- bestimmte Persönlichkeitsmerkmale:
Er sollte die Fähigkeit besitzen, sich selbst überflüssig zu machen. Er arrangiert und bereitet vor, lässt die Teilnehmer ihre Erfahrungen aber selbst machen.
Er sollte kompetent in der ausgewählten Sportart bzw. Disziplin sein und sich damit identifizieren.
Er sollte ein ökologisches Bewusstsein besitzen, und die Verantwortung für den rechten Umgang mit der Natur beachten und selbst auch anwenden.
-
die pädagogisch - psychologische Kompetenz:
Die Aufgaben müssen auf die Bedürfnisse der Gruppe ausgerichtet sein (Gefahr der Über- bzw. Unterforderung).
Die Einführung und die Präsentation der Aufgabe sollte in einer Einheit dargestellt werden (Sprache, Betonung, Blickkontakt, Gesten).
Das PITT- Modell versucht die Phasen eines Lernprozesses zu bestimmen.
P - Problematisierungsphase (Bekanntgabe des Themas und Motivation)
I - Informationsphase (Sicherheitsvorkehrungen)
T - Trainingsphase (je länger, intensiver und häufiger eine Erfahrung gemacht wird, desto mehr Eindrücke werden im Langzeitgedächtnis gebildet)
T - Transferphase (Die letzte Phase versucht, eine Umsetzung der Erfahrungen in das Alltagsleben zu ermöglichen)
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die (natur-) sportliche Kompetenz:
Der Erlebnispädagoge sollte die Sportart beherrschen, die er verwendet. Ansonsten benötigt er fachmännische Unterstützung.
Das Sicherheitsdenken und -handeln muss vorhanden sein. Die Verantwortung für die Sicherheit der Teilnehmer muss immer gewährleistet sein. Die beste Sicherheit liegt nicht in der Vermeidung von Gefahren, sondern im Umgang mit Gefahren.
Der Betreuer muss zudem mit Erste - Hilfe Maßnahmen vertraut sein.
Anette Reiners
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Kurzzeitanbieter
(für eine Woche Erlebnis im Vordergrund)
z. B. Outward Bound, Erlebnistage Harz
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Reiseprojekte
(besonders BetreuerIn- Jugendliche- Verhältnis, insbesondere für Jugendhilfe)
z. B. Schiffsreisen, Landprojekte, Wildniswanderungen
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Wohnumfeld
(Alltagsbezug, regelmäßige Treffen, Veränderung der
Lebenswelten stehen im Vordergrund)
z. B. Abenteuerprojekt Marburg
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Abenteuersport
(Bewegungserlebnisse im Mittelpunkt, in der Halle oder
auf der Wiese)
im Sportverein, Schule, Jugendhilfe
| + Entdeckung der Langsamkeit |
- Bergwandern |
| + Sich auf die Spitze treiben |
- Klettern und Abseilen |
| + Die Vertiefung im Dunkeln |
- Höhlenbegehung |
| + Der Tanz auf dem Wasser |
- Kajakfahren |
| + Eine eigene Welt |
- Kuttersegeln |
| + Alle in einem Boot |
- Rafting |
| + Der Sprung in die Tiefe |
- Canyoning |
| + Land und Leute erfahren |
- Fahrradtouren |
| + Die Einsamkeit erleben |
- Solo |
| + Abseits des Pistenrummels |
- Skitouren |
| + Balancieren in der Höhe |
- Hochseilgärten |
| + Zusammen durch das Spinnennetz |
- Kooperationsaufgaben |
Stephan Schulz-Algie
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Was bleibt ?
- Transferproblematik der Erlebnispädagogik
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Lust auf Verwilderung
- Gefahren und Chancen, Selbst- und Fremdbilder
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Das "schwache" Geschlecht
- Frauen und Erlebnispädagogik
-
Die unvermeidbare Schuld
- Ökologie und Erlebnispädagogik
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Der "Quality Circle" in einer Person
- Was muss der Erlebnispädagoge können?
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Safety First
- Rechtsfragen, Sicherheitsstandards und -maßnahmen
Stephan Schulz-Algie
Eine Gruppe auserwählter Menschen steht einer großen, verantwortungsvollen, aber auch
gefährlichen Aufgabe gegenüber.
In einem noch nicht erforschtem Waldgebiet ist ein schwerwiegendes Problem aufgetreten.
Viele Menschen dort sind diesem Problem schon zum Opfer gefallen und täglich werden es
mehr. Symptome dieser rasend um sich greifenden Seuche sind Gleichgültigkeit,
Selbstsucht, Konsumgier, Hass, Langeweile, Hochmut und Sprachlosigkeit und vieles mehr.
Um die Welt vor der endgültigen Ergreifung dieses Problems zu schützen, muss die Gruppe
einen bisher geheim gehaltenen Weg in diesen Zauberwald beschreiten. Wenn es der Gruppe
gelingt, alle Aufgaben auf dem Weg durch den Zauberwald zu meistern, können sie die
Menschen aus dem Zauberwald retten, indem sie die Erfahrungen und Erfolgserlebnisse
der Gruppe weitergeben.
Auf ein Zeichen von mir stellen sich alle Gruppenteilnehmer durcheinander
auf das vorbereitete Seil. In dem Moment, in dem das Seil betreten wird,
verstummen alle und können nicht mehr reden. Nun stehen sie vor der Aufgabe,
sich entsprechend dem Anfangsbuchstaben ihres Vornamens, auf dem Seil zu ordnen.
Am Anfang des Seils steht der Buchstabe A usw. bis zum Buchstaben Z am Ende des Seils.
Das Seil darf während der ganzen Aufgabe nicht verlassen werden.
Der Weg zum Zauberwald ist geheim, wie der Zauberwald selbst auch. Deswegen
müssen die Auserwählten den Weg in völliger Blindheit zurücklegen.
Aus ihren Reihen ist nur ein Einziger im Besitz seines Augenlichts. Entweder
ist es der erste aus dem Alphabet, der auf dem Seil steht, oder ein von allen
Auserwählter.
Alle Gruppenteilnehmer bekommen die Augen verbunden. Alle halten sich an dem Seil
fest, das sie miteinander verbindet. Geführt werden sie von dem Sehenden. Alle
können wieder sprechen... (ob das so sinnvoll ist ?)
Die Augenbinden dürfen erst wieder abgenommen werden, wenn das erste Etappenziel
im Zauberwald erreicht ist.
Zwischen zwei Bäumen werden Schnüre so verspannt, dass ein Netz zustande
kommt. (So viele Löcher einbinden wie TN. Darauf achten, dass diese groß genug sind, damit die Personen durchpassen.
Niemand darf das Netz berühren. Streng darauf achten, sonst schlägt die Spinne zu....
Alle Teilnehmer müssen auf die andere Seite des Netzes gelangen. Absprachen und Helfen sind angesagt.
Jedes Loch darf nur einmal benutzt werden (Wäscheklammern)).
Das Netz ist der Eingang zu einem besonderen Teil des Zauberwaldes, in dem viele vergiftete Flüsse
und Seen darauf warten, die Teilnehmer vor weitere Aufgaben zu stellen.
(Mit einem Seil einen Teich symbolisieren, in den keiner hineintreten
kann, weil der Inhalt so heiß ist. Im Teich ist ein Gegenstand herauszuholen.
Folgende Hilfsmittel stehen zur Verfügung: Baum, Seile, Helm, Bandschlinge, Tuch,
Handschuhe)
Der Teich birgt magische Gegenstände, die die Gruppe braucht, um den weiteren
Weg durch den Zauberwald zu bewältigen.
(Mit drei Seilen und acht Klötzen zwei Inseln und das Festland
symbolisieren. Den Fluss darf keiner betreten, da er sofort verätzt wird.)
Auf der Rückseite der lebenswichtigen Bretter befinden sich viele wichtige
Informationen, die notwendig sind, um die Einwohner des Zauberwaldes zu retten.
Mit Hilfe der Steine kann der Fluss überquert werden. Die Klötze dürfen aber
nicht berührt und verschoben werden. Es ist daher von größter Wichtigkeit,
dass alle Teilnehmer und alle Bretter von den Inseln auf das Festland kommen,
ohne beschädigt zu werden. Die Bretter und die Teilnehmer, die den Säureteich
berühren, müssen zurück auf die Inseln, dort können sie repariert werden.
Doch wohin geht die Reise? Ein Sitzkreis muss erstellt werden, um den
geheimen Ausgang aus dem Zauberwald zu finden.
Alle Teilnehmer stellen sich in einen engen Kreis und führen eine halbe Drehung
nach rechts durch. Auf ein gemeinsames Zeichen setzen sich alle auf die Knie der/s
Hinterfrau/manns. Nun bewegen sich alle gleichmäßig fort und begeben sich aus dem
Zauberwald.
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Deutsches Jugendherbergswerk:
- DJH Chemnitz, Sachsen
- DJH Grävenwiesbach, Hessen
- DJH Pottenstein, Bayern
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Marburger Abenteuerprojekt
- Marburg, Hessen
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Arco Erlebnispädagogik
- Wiesbaden, Hessen
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Faszinatour
- Immenstadt, Bayern
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Verein für Umwelt und Erlebnispädagogik
- Edertal, Hessen
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Straub Abenteuer und Sporttouristik GmbH
- Schneizlreuth, Bayern
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Outward Bound
- Baad, Kleinwalsertal
Gilsdorf, Rüdiger
Kistner, Günter |
Kooperative Abenteuerspiele, Bd. 1
Seelze-Velber, 2000
|
Gilsdorf, Rüdiger
Kistner, Günter
|
Seelze-Velber, 2001
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| Heckmair, B. u. a |
Erleben und Lernen - Einstieg in die Erlebnispädagogik
Neuwied, 1993
|
Kölsch, Hubert
Wagner, Franz J. |
Erlebnispädagogik in Aktionen
Luchterhand Verlag, 2001
|
| Reiners, Anette |
Praktische Erlebnispädagogik - Interaktionsspiele
Augsburg, 2000
|
Sportjugend Hessen
Stephan Schulz-Algie |
Sportsfun-Broschüre - Freizeitsport mit jungen Menschen
Frankfurt, 1996
|
Sportjugend
Nordrhein-Westfalen |
Praxismappe Abenteuer und Erlebnissport
Duisburg, 1994
|
Völkening, Martin |
Meine schönsten Gelände- und Nachtspiele
AA-Verlag, 1998
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"Ich glaube, das größte Geschenk,
das ich von jemandem bekommen kann, ist,
dass er mich sieht, mir zuhört,
mich versteht, mich berührt.
Das größte Geschenk, das ich einem
anderen Menschen machen kann, ist,
ihm zusehen, ihm zuhören, ihn zu
verstehen und ihn zu berühren.
Wenn das gelingt, habe ich das Gefühl,
dass wir uns wirklich begegnet sind."
Virginia Satir
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